Judith Kalman – Erklärung vom 29.4.2015

Judith Kalman: Erklärung eines Opfers im Verfahren gegen Oskar Gröning, 29. April 2015

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Ich bin Kanadierin und Tochter von Holocaust-Überlebenden. Ich werde Ihnen berichten, was es für mein Leben bedeutet hat, dass meine Halbschwester Eva Edit Weinberger, damals sechs Jahre alt, im Juni 1944 in Auschwitz zu Tode kam.

Der Verlust der Angehörigen meiner Eltern, insbesondere der sechsjährigen Eva Edit, die ich nie kennengelernt habe, haben mir die Last eines geerbten Schuldgefühls auferlegt. Dieses Gefühl – die Schuld, überlebt zu haben – hat mein Leben maßgeblich bestimmt. Die Last dieses Schuldgefühls hat sich in meiner Wahl eines Lebenspartners ebenso niedergeschlagen wie in meiner beruflichen Laufbahn. Dennoch fühlt es sich peinlich unverhältnismäßig an, mich in der Form einer Erklärung als Opfer an dieses Gericht zu wenden. Wenn ich überhaupt ein Opfer bin, dann bin ich das vor allem nominell. Die Auswirkungen des Holocaust auf mein Leben können nicht auf eine Stufe gestellt werden mit der Weise, in der sich meine Eltern und all jene anderen verändert haben, die das Wüten des Holocaust selbst erlitten haben. Mein persönlicher Verlust von Eva Edit Weinberger ist ein Nichts verglichen mit der Verheerung, die ihr Tod über unseren Vater gebracht hat.

Dieser Vater – ihrer und meiner – war Gusztav Weinberger Kalman. Seine Familie stammte aus dem Dorf Vaja im Nordosten von Ungarn. Die Familie besaß einen großen landwirtschaftlichen Betrieb, der auf Tabakproduktion und Alkoholdestillation für den Export spezialisiert war. Mein Vater und seine beiden jüngeren Brüder, Ferenc und Pal, sind in dem Wissen aufgezogen worden, dieses Familienunternehmen eines Tages selbst zu führen. Wegen ihres Wohlstands, ihrer Frömmigkeit und, in der Generation meines Vaters, auch ihrer Bildung wurden die Weinbergers in ihrer Gemeinde ganz selbstverständlich als Leitfiguren behandelt. Als mein Vater im Dezember 1940 zur Zwangsarbeit einberufen wurde, war er fast 35 Jahre alt und für die Finanzen sowie viele der Verwaltungsaufgaben des Betriebs verantwortlich. Er war mit seiner jungen Familie in den nahe gelegenen Ort Nyiregyhaza gezogen. 1937 hatte er Mancika Mandula geheiratet, und ihre Tochter Eva Edit war im April 1938 auf die Welt gekommen.

Als nach der deutschen Besatzung Ungarns die nordostungarischen Juden unter den ersten waren, die nach Auschwitz deportiert wurden, entwischte mein Vater dem von Eichmann ausgeworfenen Netz. Als Zwangsarbeiter war er nicht zu Hause, ebenso sein Bruder Ferenc. Pal hingegen war auf Heimaturlaub und wurde mit dem Rest der Familie deportiert. Ferenc, der den Todesmarsch aus den grauenhaften Bedingungen in den Kupferminen im serbischen Bor überlebt hat, starb später im Konzentrationslager Flossenbürg, am 9. November 1944 – einen Tag vor der Heimkehr meines Vaters an den Familiensitz nahe Vaja.

Für meinen Vater war der Krieg früh und dramatisch zu Ende gegangen. Die Zwangsarbeiterkompanie bewegte sich mit den kläglichen Überbleibseln der ungarischen Armee, die sich wiederum an die im Rückzug begriffenen deutschen Soldaten hielt. Zusammen flohen sie vor den herannahenden Russen nach Westen und sprengten an den Flüssen die Brücken. Mein Vater fürchtete sich davor, die Tisza zu überqueren. Er stellte sich vor, dass die Gruppe von Zwangsarbeitern, sobald sie den Fluss überquert haben würden, in die nächste Stadt an einer größeren Bahnlinie geführt und nach Deutschland deportiert würden. Sie wurden früher als erwartet über eine Brücke gedrängt, und so suchte er den ungarischen Unteroffizier auf, der für seine Division zuständig war. Er sagte dem Offizier, dass sie die Brücke zurück überqueren müssten, sonst würden sie alle in Deutschland landen. Vielleicht war der Offizier selbst schon der Meinung, dass es strategisch nicht mehr sinnvoll sei, dem Reich zu folgen. Aber was sollten sie denn sagen, wenn sie angehalten würden, fragte er meinen Vater. Na, antwortete der, dass die dreckigen Juden alles verstopfen. Sollen die doch den weiten Weg gehen, außenrum. 200 jüdische Zwangsarbeiter folgten meinem Vater zurück über die mit Sprengstoff gesäumte Brücke. Keiner hielt sie an oder sprengte sie in die Luft. Mein Vater hatte sich selbst befreit. Er brauchte nur ein paar Tage bis zum Heimatort der Familie. Dort stellte er fest, dass Leute aus dem Ort in das Anwesen eingezogen waren. Sie erklärten ihm, dass es doch sinnvoll gewesen sei, sich dort niederzulassen, denn – Zitat – „die Familie Weinberger hätte sich doch mit Freude aus dem Staub gemacht.“

Meine Mutter, Anna Swarcz, hat Auschwitz überlebt, außerdem Sklavenarbeit in Munitionsfabriken in Deutschland wie auch den langen Zwangsmarsch, der sie durch Buchenwald geführt hat – auch das hat sie wie durch ein Wunder überlebt – und irgendwann in Richtung Dresden. Als die Amerikaner sie endlich befreit hatten, begab sie sich mit ihrer einzigen überlebenden Schwester auf den langen und qualvollen Rückweg nach Ungarn, den die beiden zum größten Teil zu Fuß beschritten. Da kein anderes Familienmitglied in ihren Heimatort Beregszasz zurückgekehrt war, ging meine Mutter wieder fort. Bei sich trug sie nichts als das Portrait ihrer liebsten Schwester Magda. Magda war in einer Munitionsfabrik durch Bomben der Alliierten gestorben, als die jüdischen Sklavenarbeiter nach draußen getrieben worden waren, damit die Wachen in den Baracken Schutz finden konnten. Weil meine Mutter keinen anderen Ort wusste, an den sie hätte gehen können, machte sie sich auf den Weg nach Nyiregyhaza, den Heimatort ihres Ehemannes Marton. Auch sie war vor dem Krieg verheiratet gewesen, allerdings nur einige kurze Wochen lang. Marton war zum Arbeitsdienst einberufen und an die russische Front geschickt worden. Er sollte auf sehr lange Zeit nicht wieder auftauchen, sondern kehrte erst zurück, als meine Schwester Elaine schon geboren war und unsere Eltern Anna und Gusztav sich schon als Mann und Frau begriffen.

Die Auslöschung der Familien meiner Eltern und insbesondere der Tod der Kinder haben mich ab dem Moment meiner Zeugung geprägt. Heute lernen wir, dass Umweltfaktoren unsere Gene beeinflussen können, teilweise innerhalb einer einzigen Generation. Die Morde, über die wir hier sprechen, waren ein solch wahnwitziger Affront gegen unsere menschliche Vorstellung von uns selbst als mitfühlende, soziale und voneinander abhängige Wesen – ich stelle mir vor, dass diese Morde wie Blitze in einer irrsinnigen Geschwindigkeit in den Genen einschlagen, die ich von meinem Vater und von meiner Mutter erhalten habe. Ihr Abdruck findet sich in meinem Namen und somit in meinen ersten vagen Ahnungen von Identität. Ich war nach zwei toten Kindern benannt worden – Eva, nach der Tochter meines Vaters aus einer früheren Ehe, und Judit, nach der Nichte meiner Mutter.

Diese beiden Kinder – Eva Edit Weinberger, sechs Jahre alt, und Judit Borenstein, zwölf Jahre alt – fanden ihr Ende in Auschwitz. Nicht am selben Tag, aber innerhalb des Zeitraums von 57 Tagen, in dem 430.000 ungarische Juden in das Lager deportiert wurden. Die beiden Mädchen gehörten zu den 300.000, die hier vergast wurden, ebenso wie Evas Mutter Mancika Mandula Weinberger und wie meine Großeltern väterlicherseits, Kalman und Ilona Weinberger. Wie ihr Sohn Pal, seine Frau Meri und ihre gemeinsame Tochter Marika, auch sechs Jahre alt. Wie 22 weitere Familienmitglieder nur in diesem einen Transport. Alles in allem hat mein Vater 84 seiner 120 Verwandten verloren. Meine Mutter hat ihre Eltern verloren – Samuel und Ilona Swarcz –, ihre Schwestern Rozsa Swarcz Borenstein und Magda Swarcz, ihre Nichte Judit Borenstein und ihren Neffen Tibor Weisz, darüber hinaus zahlreiche Tanten, Onkel, Vetter und angeheiratete Verwandte. Meine Schwester Elaine und ich, die wir beide nach dem Krieg geboren sind, haben nicht etwa Besitztümer geerbt, sondern das Vermächtnis zweier ermordeter Familien. In den Erzählungen unserer Eltern, in den Photographien und in den von Toten verfassten Briefen waren diese ermordeten Familien immer gegenwärtig. Diese Briefe und Fotos hat mein Vater aus dem Matsch vor seinem Zuhause in Nyiregyhaza gerettet. Das Haus hatten sich andere unter den Nagel gerissen, sein persönliches Hab und Gut in die Straße geworfen. Schlammbespritzte Briefe und Photographien waren das Einzige, das von seiner Mutter, seinem Vater, seinen Brüdern, seiner Ehefrau und seinem Kind übrig geblieben war. Er sammelte so viele davon auf, wie er in seine Taschen stopfen konnte, und aus diesen Artefakten wurde die Familie, die meine Schwester Elaine und ich seit unserer Kindheit in absentia lieben.

Das Kind, Eva Edit Weinberger, ist die eine Person aus unserer Hinterlassenschaft von Toten, über die ich heute zu einer Aussage aufgefordert bin. Mein Leben hat aus ihrem Tod seine Form genommen, und dennoch muss ich betonen, dass sie nur eines aus der Menge der Familienmitglieder war, die die Kulisse meines Familienlebens in Kanada bildeten. Nur einer aus einer Galerie von Charakteren, mit denen jede meiner Erfahrungen abgeglichen wurde, die uns mit Interesse, Zärtlichkeit und manchmal Missfallen zugesehen haben. Für uns waren sie alle am Leben, nicht nur in unserer Vorstellung, waren fast mit Händen zu greifen.

Wie soll man Eva Edit Weinberger, getötet durch Gas im Alter von sechs Jahren, kennen – oder sie sich zumindest vorstellen, wozu Sie und ich heute aufgefordert sind –, wenn man nicht wenigstens einen flüchtigen Blick auf die Familie wirft, in die sie hineingeboren wurde? Und wie soll die Auswirkung ihres Hinscheidens auf mein Leben erklärt werden, eines Lebens auf einem Kontinent, der 6.000 Kilometer von ihrer Heimat entfernt ist, ohne dass ich Ihnen über unseren gemeinsamen Vater erzähle – über ihren Apuka, der 200 Männer in Richtung Sicherheit geführt hat, und über meinen Daddy, einen gespaltenen Mann, dessen Leben und dessen jedes Sein von der großen Katastrophe zweigeteilt worden waren?

Meine Eltern haben sich nach dem Krieg in Budapest niedergelassen. Mein Vater hat seinen Nachnamen abgelegt, der zu jüdisch und zu deutsch war, um in das sowjetisch ausgerichtete Interessengeflecht des Nachkriegsungarn zu passen. Stattdessen hat er sich nach seinem verstorbenen Vater Kalman benannt, der einen typisch magyarischen Vornamen trug. Mein Vater hatte eine Stellung beim Landwirtschaftsministerium und beaufsichtigte staatlich geführte Agrarbetriebe außerhalb von Budapest. Zum Zeitpunkt des ungarischen Volksaufstands 1956 war mein Vater 50 Jahre alt. Er war verheiratet mit einer 13 Jahre jüngeren Frau und hatte zwei kleine Kinder: meine Schwester Elaine, acht, und mich, Eva Judit, zwei Jahre alt. Er war schon in diesem vergleichsweise jungen Alter der Patriarch über die Überreste seiner zerstörten Familie, unterstützte zwei mental instabile alte Tanten und nahm für die anderen noch lebenden Verwandten die Rolle ein, die die Familie Weinberger einst in ihrer alten Heimat innegehabt hatte. Durch die Revolution des Jahres 1956 kam meine Mutter zu dem Schluss, dass wir Ungarn verlassen müssen. Mit Hilfe ihrer Geschwister in England und Kanada besorgte sie Ausreisepapiere. Mit 51 Jahren begann mein Vater also ein neues Leben, ohne Sprache, Beruf, Freunde oder andere vertraute Bezugspunkte. Wir zogen nach Montreal, wo er fortan gelebt hat und 1990 gestorben ist. Zurückgelassen hat er eine Ehefrau, zwei Töchter und vier Enkelkinder. Meine Mutter Anna ist mit ihren 95 Jahren noch bei uns und begleitet die Entwicklung ihrer vier fabelhaften Enkelkinder weiterhin mit großem Interesse. Wir alle – meine Schwester Elaine und ich, unsere vier Kinder, Annas vier Enkelkinder – sind aus der Asche der geopferten Eva Edit geboren.

Sie sah anders aus als wir. Ihre Cousine Marika galt als die hübschere der beiden, mit ihrem breiten, runden Gesicht, das dem ihres Vaters Pal und dem unserer Großmutter ähnelte und die weichen Kurven des ungarischen Ideals aufweisen konnte. Ich sehe dem Cousinchen ähnlicher. Evike, wie Eva von der Familie genannt wurde, wäre wohl eher in die westlichen Schönheitsproportionen hineingewachsen. Ihr Gesicht war ein kleines Oval. In einem Foto kommt sie mir vor wie eine völlig Fremde, die niemandem ähnelt außer sich selbst, von feiner Statur und mit großen Augen, die vor Schnelligkeit leuchten. Ihre Haare sind in zwei Zöpfen locker geschwungen und mit weißen Schleifchen auf beiden Seiten des Mittelscheitels festgebunden. Ein Flaum neu gewachsener Haare drängt sich unter den Zöpfen hervor auf ihre großzügige Stirn. Auf einem anderen Bild, auf dem sie mit ihrer Mutter zu sehen ist, lächeln beide den Photographen flirtend an. Vielleicht unser Vater? In einem meiner anderen Lieblingsbilder sehe ich in ihr eine geliebte und völlig andere Person, nämlich eine Psychotherapeutin, die mir durch eine der dunkelsten Phasen meines Lebens geholfen hat. Mir wird klar, dass ich schon mein ganzes Leben lang die Gewohnheit habe, in Frauen, die ich bewundere, Evike zu sehen. Sie wäre genauso alt gewesen wie eine Lehrerin und Mentorin, die ich im Studium kennengelernt habe, eine Frau mit mitteleuropäischen und halbjüdischen Wurzeln. Wie meine Mentorin hat sich auch Evike mit vier Jahren das Lesen und Schreiben selbst beigebracht. Die Briefe, die sie meinem Vater in die Zwangsarbeit geschrieben hat, zeigen eine reizende Handschrift, mit zusammenklebenden Wörtern ohne Leerzeichen, die aber fast alle korrekt buchstabiert sind. Sie wäre so viel intelligenter und talentierter gewesen als ich, so meine Schlussfolgerung. In den erfolgreichen Frauen, die mir über die Jahre begegnet sind, sah ich ein Potential, das ihres hätte sein können, wenn meine Halbschwester ihr Recht zugestanden bekommen hätte, erwachsen zu werden. Obwohl ich Evike altersmäßig bald überholte, blieb sie mir 16 Jahre voraus, immer in die Zukunft projiziert, die ihr zustand. Das dritte Bild auf meinem Schreibtisch ist ernüchternd. Darauf sieht Evike zutiefst ängstlich aus. Sie runzelt die Augenbrauen und krallt den Teddybären an sich, den sie auf jedem Foto bei sich trägt. Vielleicht ist sie von der Sonne geblendet; es ist jedenfalls schwer, sich nicht vorzustellen, dass sie in ihre Zukunft blickt.

Als Kind habe ich einen seltsamen Mythos konstruiert, um die verblüffenden Umstände meiner Existenz zu erklären. Irgendetwas an der alten, wunderschönen Lebensweise, die mein Vater in seinen Geschichten von der Vergangenheit so gepriesen hat, muss verkehrt gewesen sein. Die Familie war kultiviert und edel gewesen. Und doch, fragte das skeptische Kind, das ihm für ein Leben in einer anderen Welt geboren worden war, – wenn das stimmte, warum waren sie dann alle vernichtet worden? Dieses skeptische Kind wurde erzogen, an einen gütigen Gott zu glauben, vor allem aber, durch die Erzählungen seines Vaters, an eine Kausalität, die dem Leben Form und Bedeutung verleiht. Sicherlich, ganz sicherlich muss irgendetwas an dieser Welt nicht gestimmt haben, um so brutal ausgelöscht worden zu sein. Ich habe eine Antwort gefunden, die nur für ein Kind Sinn ergibt. Aus irgendeinem Grund mussten meine Schwester Elaine und ich geboren werden. Wenn wir dazu bestimmt waren, hier zu sein, dann folgte daraus, dass Evike und ihre Welt das eben nicht waren. So einfach war das.

Durch die Geschichten meines Vaters und durch das, was meine Mutter an Schrecken offenbarte, nahm ich früh das Wissen auf, dass unschuldige Kinder ermordet werden können und dass ganze Familien und Gemeinschaften von Kräften jenseits ihrer eigenen Kontrolle ausgelöscht werden können. Als Jung-Emigrantin von dreieinhalb Jahren wurde auch ich in die Wanderung der Völker hineingesogen. Was könnte mir als Emblem der Sicherheit und des Glaubens beistehen, die ich brauchte, um zu gedeihen und zu wachsen? Ich vermute, dass mein persönlicher Schöpfungsmythos etwa um diese Zeit entstanden ist. Ich entschied, dass die alte, wunderschöne Welt ein Fehlstart gewesen war, und dass wir nochmal bei Null würden anfangen müssen. Alles Schlimme, was einer Familie passieren kann, hatte meinen Vater und meine Mutter schon getroffen. Die Schrecken waren schon eingetreten und würden uns deshalb nicht noch einmal heimsuchen. Elaine und ich waren folglich gegen jedes Unheil immun.

Meine Schwester Elaine ist im Jahr 1947 auf die Welt gekommen. Noch bevor sie sechs Jahre alt war, hatte mein Vater ihren Kopf und ihr Herz mit Geschichten von seinen geliebten Toten gefüllt. Sie konnte diese Menschen auf seinen Fotos auseinanderhalten und sagte die Namen der Toten auf wie einen Katechismus. Es geht mir nicht in den Kopf, wie mein Vater so kurz, nachdem er Alle verloren hatte, eine zweite Familie gründen konnte. Ich glaube, dass der Erzählfluss und das Gedenken, das über die Jahre fast ohne Unterbrechung aus ihm herausquoll, ein Maß waren für die Schuld meines Vaters, überlebt zu haben. Er trug dieses Schuldgefühl immer in sich, und es drohte immer, ihn in die Tiefe zu ziehen.

Der Vater meiner Kindheit hat nicht als Landwirt gearbeitet. Meine Mutter belegte nach zwei Jahren in Kanada ein Seminar an der Universität, um sich als Lehrerin anerkennen zu lassen und im hiesigen Schulsystem arbeiten zu können. Mein Vater konnte sich nicht dazu durchringen, in seinem Bereich dasselbe zu tun. Er sei zu alt, sagte er – womit er meinte, dass sein wahres Leben schon hinter ihm liege. Der Vater meiner Kindheit nannte sich immer alt, und es stimmt: Im Vergleich mit den jungen, kurzärmeligen, nach Zigaretten riechenden Vätern meiner kanadischen Freundinnen sah er tatsächlich alt aus. Mein Vater hat sich für eine andere Zeit und einen anderen Ort gekleidet. Er wurde oft für meinen Großvater gehalten. Er war nicht derselbe Vater, mit dem die kleine Evike auf ihrem Foto geflirtet hatte. Er misstraute seiner neuen Umgebung, war immer alarmbereit und jeder Gefahr gewahr. Er sorgte sich bei Schneestürmen und wenn seine Töchter im Dunkeln von der Bushaltestelle nach Hause liefen. Er glaubte nicht wirklich, dass es für Juden irgendwo sicher sein könnte. Wir wohnten in einem neuen Vorort im Osten von Montreal, weit weg von den Vierteln, wo sich andere Juden niedergelassen hatten, dafür aber in der Nähe der Schwester meiner Mutter und deren Familie. Ich war das einzige jüdische Kind in meiner Grundschule und die einzige Jüdin meiner High School. Wenn wir am Samstagmorgen zusammen Bus fuhren, er für seinen halben Arbeitstag, ich, um im Westend eine jüdische Schule zu besuchen, wo ich nach dem Wunsch meiner Elternjüdische Gesellschaft schätzen lernen würde – wenn wir also im Bus fuhren, verspürte ich das starke Bedürfnis, meinen Vater vor dem Urteil der französisch- und englischsprachigen Kanadier zu beschützen, die auf ihn herabblicken könnten, weil er eine fremde Sprache sprach. Sie konnten keine Ahnung haben, wer er war, oder dass seine unvorstellbaren Verluste und sein Leid ihn sogar noch größer machten als die Figur, die er einst in der für ihn besten aller Welten abgegeben hatte. Es kam mir auf eine schmerzliche Weise ironisch vor, dass er die Heimat vermisste, in der er ganz natürlich er selbst sein konnte – einen Ort, der seine Familie aufs Extremste als das Andere markiert hatte, als ein Anders, das kaum mehr menschlich war, so anders, dass sie nicht verdienten zu leben. Und gleichzeitig fühlte er sich hier, in einer freieren Gesellschaft, in der er Eigentum erwerben durfte und seine Kinder ausbilden und wo er sich für jedes Berufsfeld qualifizieren durfte – gleichzeitig fühlte er sich hier so vollständig unbekannt, dass er immer tiefer in der Vergangenheit versank.

Nun, endlich, werde ich über das Schuldgefühl der zweiten Generation sprechen, über die geerbte Schuld, überlebt zu haben. Evikes Tod hat mein Leben auf eine so fundamentale Weise geformt; ich sollte das erst verstehen, als ich schon deutlich mittleren Alters war und aus eigener Erfahrung wusste, wie sich das Tragische anfühlt. Ihr Tod war genauso sehr Teil von mir wie die Gene, die ich geerbt hatte. Und ich war mir seines Einflusses genauso wenig gewahr wie wir wissen, was in den meisten unserer Genome schlummert. Allerdings war mir bewusst, dass ich eine Schwester gehabt hatte, die ich ersetzt hatte und die im Beruf womöglich erfolgreicher gewesen wäre als ich; dabei aber eine Schwester, die ersetzt werden musste, weil das Schicksal mich irgendwie vorausbestimmt hatte. Ich fühlte, dass ich Großes würde vollbringen müssen, um den Verlust ihres Lebens zu rechtfertigen, und dabei betrachtete ich mich selbst doch als so beschränkt, beengend beschränkt.

Mein ganzes Leben lang wollte ich Schriftstellerin werden. Mein bescheidenes Talent wurde über die Jahre von verschiedenen Lehrern erkannt, vor allem von meiner Mentorin an der Universität. In ihrem Seminar lernte ich meinen zukünftigen Ehemann kennen, einen jungen Mann mit einer ungeheuren Arbeitsethik, der dafür brannte, zu schreiben. Wir waren sehr jung, als wir zusammenzogen, wir bekamen zwei Kinder und lebten 25 Jahre lang miteinander.

Schon in dem frühen Moment, in dem ich verstanden habe, dass ich mit einem Stift in der Hand am klarsten denken kann, hatte ich vor, die Geschichte der Familie meines Vaters zu schreiben. Das würde endlich das Rätsel meiner Existenz lösen, die Frage, warum ich dazu bestimmt war, hier zu sein. Durch meine Worte würden seine toten Angehörigen wieder zum Leben erweckt werden. Ich bin aber immer nur in der Lage gewesen, meine eigene Geschichte zu schreiben.

Im Mai des Jahres 2000 hat sich mein Ehemann das Leben genommen. Zwei Monate später wäre er 44 Jahre alt geworden. So lange ich ihn kannte, hatte er mit Depressionen gekämpft, doch in den letzten fünf Jahren war die Krankheit unbeherrschbar geworden. Zu diesem Zeitpunkt suchte ich den Rat einer Psychotherapeutin, wie mit einem sehr kranken Partner und zwei Kindern zurechtzukommen sei. Nach dem Selbstmord meines Mannes versuchte ich, meine Ehe zu verstehen. Diese Erkundungen führten mich zu meiner Halbschwester Evike, und ich erkannte Verbindungen zu ihrer Rolle im Aufbau meines Selbst, an die ich nie zuvor gedacht hatte. Ich verstand langsam, dass diese zentrale Lebensentscheidung, die Wahl meines Partners, die Schuld als Grundlage gehabt hatte. Ein Kind war gestorben, um von mir ersetzt werden zu können. Welchen besseren Weg hätte es geben können, eine solche Schuld zu sühnen, als jemanden zu retten, der ohne mich vielleicht nicht überleben würde? Als wir uns kennenlernten, war mein späterer Ehemann kaum mehr als ein 17-jähriger Junge; kurz danach riss er aus seiner Familie aus. Er war roh, allein in der Welt, hypersensibel, verletzlich. Er stand für seine Überzeugungen ebenso ein wie für seine Freunde, er arbeitete härter als alle anderen, die ich kannte, und er konnte schreiben wie ein Traum. Mit einem Blick erkannte ich, dass ihm jedes Glück gebührte, dass er nur das Beste verdiente, was das Leben anzubieten hatte, und dass er leider schlechte Karten ausgeteilt bekommen hatte, wie er immer sagte, nämlich eine Krankheit, durch die er sich bei jeder Bewegung selbst in Frage stellte. Ich erkannte ihn sofort: Er war ein außergewöhnlicher Mensch, wie die Verwandten meines Vaters, die ein tödliches Blatt erhalten hatten. Natürlich konnte ich nicht wissen, dass auch das Blatt meines Mannes sich als tödlich erweisen würde. Hingegen habe ich unmittelbar verstanden, dass es mein Schicksal war, ihn zu retten. Diese Rolle habe ich nie in Frage gestellt, egal, wie sehr sie mich eingeengt hat, wie sie meine mentalen und körperlichen Energien verschlungen hat und wie sehr sie auch mein kreatives Potential erschöpft hat. Ich hatte schließlich eine Schuld zu begleichen. Ich verdankte mein Leben ganz unmittelbar dem Tod all der feinen Menschen, die zu Unrecht ermordet worden waren. Das Geringste, was ich tun konnte, war doch, diesen einen zu retten, der auch seine Chance auf ein Leben verdient hatte.

Als ich 26 war, machte mir meine Schwester Elaine einen Vorschlag. Sie war inzwischen Historikerin. Sie wollte, dass unser Vater die Geschichte seines Lebens erzählte, um sie auf Kassette aufzunehmen. Elaine würde die historischen Nachforschungen übernehmen, wenn ich einwilligte, aus den Erzählungen unseres Vaters ein Buch zu machen. In anderen Worten bot sie mir die Gelegenheit, das Buch zu schreiben, das ich immer hatte schreiben wollen. Ein paar Jahre lang arbeiteten wir gemeinsam daran, die Aufnahmen meines Vaters ins Englische zu übersetzen. Dann sagte mein Ehemann etwas, das mich erstarren ließ. „Warum glaubst du, dass irgendjemand sich für die Geschichte deiner Familie interessieren könnte? Es ist ja nicht so, als hätten sie irgendetwas Besonderes erreicht oder als seien sie irgendwie berühmt.“ Er brachte auf den Punkt, was ich immer gefühlt hatte, wenn ich mit meinem Vater unter den misstrauischen Blicken unserer kanadischen Nachbarn Bus gefahren war. Wir waren kleine Leute, die nicht zählten. Die Welt hatte versucht, uns loszuwerden. Wer würde sich für die Geschichten meines Vaters interessieren; sie stammten von einem anderen Kontinent und aus einer anderen Ära, die für Kanadier kaum von Belang waren? Ich überzeugte Elaine, das Buch allein zu schreiben, was sie klugerweise auch getan hat. Es war die leichtere Aufgabe als mein Versuch eines großen Wurfes, der die Toten erwecken sollte – worin ich nur scheitern konnte. Evike war gestorben, damit ich das Recht hätte, zu leben; alle meine anderen Rechte waren deshalb von geringer Bedeutung. Den Großteil meiner Dramen maß ich dann auch an den übermenschlichen Herausforderungen, vor denen meine Eltern gestanden hatten. Ihre Kämpfe ragten so gigantisch empor, dass ihre Welt, und insbesondere die Vorkriegswelt meines Vaters, sich wirklicher anfühlte als meine eigene. Mitunter fiel es mir schwer, mein Leben vollständig zu bewohnen, den Reichtum meiner Empfindungen, Wahrnehmungen und Erfahrungen zu erkennen. Sie kamen mir stattdessen vor wie schemenhafte Abbilder des platonischen Ideals meines Vaters. Dennoch bin ich eine starke Person, die immer nur Dankbarkeit empfunden hat für das tragische Glück, durch das ich den Atem des Lebens erhalten habe. Ich hätte niemals das Buch geschrieben, das Elaine sich erst ausgemalt und dann verfasst hat. Nach einer Weile habe ich dann doch eine Geschichtensammlung geschrieben, basierend auf den Erzählungen, die Elaine und ich übersetzt hatten. Doch handelte dieses Buch am Ende von mir, von Eva Judit, der Tochter zweier Holocaust-Überlebender.

Meine Stimme ist nicht die Stimme eines Opfers. Wir waren eine Familie der lauten Stimmen: die tiefe, erzählende Stimme meines Vaters, die schrille meiner Mutter, die versucht, unsere Aufmerksamkeit von ihm wegzulenken. Und die zeternden Stimmen, mit denen meine Schwester und ich um Gehör schrien. Immer, wenn ich meinen Stift in die Hand genommen habe, ist meine eindringliche Stimme in den Vordergrund gerast und hat mich auf jede Seite tätowiert. Diese Stimme kam von einem Ort der Selbsterhaltung, sie bekräftigte das Hier und Jetzt. Niemals hätte ich mir vorstellen können, mich mit dieser Stimme eines Tages an ein deutsches Gericht zu wenden und von dem Phantomkind zu sprechen, dessen Schatten mir all die Jahre immer voraus war. Das volle Ausmaß dieses Gefühls lässt sich nicht ausdrücken: wie befreiend es sich anfühlt, dass dieses Kind so öffentlich anerkannt wird und dass ich hier im Namen meines Vaters und meiner Mutter angehört werde. Im Namen zweier kleiner Menschen, die das enorme Gewicht der Geschichte getragen haben, ohne den Trost der Anerkennung zu bekommen.

Meine Psychotherapeutin hat mir ein unermessliches Geschenk überlassen, das mir dabei half, weiterzugehen, nachdem sich mein Ehemann das Leben genommen hatte. Ich hätte ihn ebenso wenig retten können wie mein Vater – oder irgendein anderer Überlebender des Holocaust – seine geliebten Menschen hätte retten können. Es sagt sich leicht, dass sie alle hätten weggehen sollen, als die Nazis anfingen, ihre Säbel zu rasseln. Im Rückblick kann ich auch einige Schritte erkennen, die ich hätte unternehmen können, um möglicherweise den Ausgang der Krankheit meines Mannes abzuwenden. Aber mit solchen Gedanken ist man nicht weit davon entfernt, den Opfern die Schuld zuzuweisen. Im jeweiligen Moment, im ewigfließenden Jetzt, sind wir zu nah dran an unserer jeweiligen Lage, um sie klar zu erkennen – oder in ihrer Gesamtheit. Wir urteilen so gut, wie wir können, auf der Grundlage der verfügbaren Informationen und in dem Rahmen, den die Gegenwart absteckt. Meine Therapeutin war Verfechterin einer Methode, mit traumatischer Erfahrung neu umzugehen zu lernen. So können wir die Koexistenz mit dem Trauma aushalten, können neben dem Trauma bestehen, vielleicht auf eine angenehmere Weise, in jedem Fall aber so, dass es das normale, alltägliche Leben nicht behindert. Nach dem Tod meines Mannes litt ich an Panikattacken, die mich nicht schlafen ließen. Mit meiner Therapeutin diskutierte ich über den Ansatz, das Trauma von einer anderen Warte aus zu betrachten. Ich bestand darauf, dass dies einer Lüge gleichkäme, wie das Umschreiben von Geschichte zu Propagandazwecken. Was passiert ist, ist passiert, und es lässt sich nicht ändern. Wie – so fragte ich zum Beispiel – sollte ich mir jemals das Bild meiner Halbschwester Evike und ihrer Mutter in der Gaskammer vor Augen führen, ohne mich der Verzweiflung hinzugeben?

Eine Cousine meines Vaters, Zsuzsa Rochlitz, war die einzige Überlebende unter den 34 Verwandten meines Vaters, die in den Viehwaggon in Richtung Auschwitz gepfercht worden waren. Wie alle anderen in diesem Waggon, wie ihre Familie, Freunde und auch Fremde, hatte sie schreckliche Angst. Obwohl sie auf dieser Fahrt von ihrer eigenen Mutter umsorgt wurde, richtete sich Zsuzsas Aufmerksamkeit auf eine zweite Mutter-Tochter-Beziehung. Die Überlebende Zsuzsa hat uns berichtet, dass sie auf der gesamten Reise keinen einzigen Augenblick mitbekommen hat, in dem Mancika Mandula Weinberger versäumt hätte, ihrer sechsjährigen Tochter Evike Zuversicht zu spenden. Immer und immer wieder tröstete die Frau das Mädchen, ganz ruhig. Vielleicht würden sie da, wo sie hinfuhren, Evikes Apuka treffen. Ihr Vater würde auf sie warten. Sie würden wieder zu dritt zusammen sein. Zsuzsa, so stelle ich mir das vor, mag so beeindruckt von der beruhigenden Gefasstheit und Entschlossenheit dieser ersten Frau meines Vaters gewesen sein, dass auch Zsuzsa selbst darin ein wenig Trost fand. In ihrem späteren kanadischen Leben arbeitete sie bei einer Regierungsbehörde für neue Einwanderer, in der Versorgung von Kleinkindern. Sie sagte uns immer wieder: „Ich habe in meinem ganzen Leben keine Frau kennengelernt, die ihrem Kind eine so sensible, intelligente und respektvolle Mutter gewesen ist wie Mancika, die Frau eures Vaters, die ihr geliebtes Kind auf dieser entsetzlichen Reise zur Ruhe gebracht hat.“

Ich betrachte erneut die Vergrößerung, die Herr Rechtsanwalt Walther von Evikes Foto hat anfertigen lassen. Sie versucht zu lächeln, obwohl ihre Augen und Brauen sich ängstlich zusammenziehen. Ihre schöne hohe Stirn liegt in tiefen Furchen. Es fällt mir schwer, ihr ins Gesicht zu sehen. Jedes feine neue Haar in ihrem Pony, das aus ihren Zöpfen herausdrängt, steht für den Reichtum an Leben, der aus ihr sprüht. Der Gedanke an das seidene Versprechen einer jeden Strähne schmerzt ebenso sehr wie das Bild dieses kleinen Mädchens, wie es völlig nackt und umschlungen vom ebenso nackten Fleisch der Frau, die es geboren hat, gemeinsam mit seiner Mutter auf den Fußboden des Teufels Badehauses gleitet.

Ich blickte meine Therapeutin wütend an. Es wäre reiner Hohn und Verrat, auch nur daran zu denken, dieses unerträgliche Bild in etwas Verdauliches umzuformulieren, in etwas, womit sich leben ließe.

„Aber“, sagte sie und griff nach meinen beiden Händen. Sie hatte die Hände meines 16-jährigen Sohnes auf dieselbe Weise umfasst, als sie ihm ihr Beileid zum Tod seines Vaters ausgesprochen hatte. „Sie sind dieser Frau sehr ähnlich, wissen Sie? In dem langen Jahr, in dem Ihr Ehemann in den Wahnsinn abgeglitten ist, haben Sie Ihren Söhnen keine Sekunde lang die Unterstützung verwehrt.“

Seit diesen Worten habe ich gelernt, neben dem eben beschriebenen ikonischen Bild zu bestehen, wie ich auch gelernt habe, mit den anderen Erinnerungen zu koexistieren, die ich von meinem Vater und meiner Mutter übertragen bekommen habe. Ich konnte meinen Mann nicht retten. Ebenso wenig habe ich in mir selbst eine Ähnlichkeit mit meiner zarten und so früh so klugen Halbschwester Eva Edit Weinberger ausmachen können, die unwiederbringlich verloren ist. Aber einen wesentlichen Teil von einer der geopferten Unschuldigen – von einer Frau, mit der ich gar nicht blutsverwandt bin – konnte ich retten. Diesen Fetzen ihres Lebens, der auch in mir zutage trat, als er gebraucht wurde – nämlich in unmöglichen Umständen die Beste zu sein, die man sein kann –, diesen Fetzen werde ich hoffentlich an meine Kinder weitergeben.

Siehe auch das Blog von Judith Kalman.

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